By: wp_admin73 An: 11. November 2017 In: Uncategorized Comments: 0

Die Geschichte vom Adler, der glaubte ein Huhn zu sein!

Ein Mann fand eines Tages ein Adler-Ei, nahm es mit nach Hause und legte es in das Nest einer ganz gewöhnlichen Haushenne. Ein kleiner Adler schlüpfte parallel mit ein paar Hühnerküken aus dem Ei und wuchs zusammen mit diesen auf.

Sein ganzes Leben lang versuchte der Adler sich wie ein Huhn zu benehmen, was ihm aber nicht immer gelang. Manchmal fühlte er sich fremd unter all den Hennen. Doch ohne Zweifel, der Adler dachte, er sei ein Huhn wie alle anderen Hühner auf dem Hof. Er kratzte und scharrte in der Erde nach Würmern und Insekten. Er gluckte und gackerte halbwegs wie die anderen Hühner.

Nur ab und zu hob er ein wenig seine Flügel und flog ein Stück über den Hühnerhof, ähnlich wie die anderen Hennen. Einmal jedoch, er hatte sich völlig vergessen, flog er plötzlich höher als je zuvor… höher als die anderen Hennen. Für einen kurzen Augenblick genoss er es, so hoch durch die Lüfte zu fliegen, für einen Moment lang begann er zu träumen und war glücklich.

Dich schnell bekam er es mit der Angst zu tun und kehrte zurück auf den Hof. Die Jahre vergingen und der Adler wurde sehr alt, aber nicht glücklich.

Eines Tages sah er einen herrlichen großen Vogel hoch oben am wolkenlosen Himmel seine Kreise ziehen. Anmutig und hoheitsvoll schwebte dieser beeindruckende Vogel in den Lüften, fast ohne seine riesigen, kräftigen Flügel zu schlagen. Der Hühnerhofadler blickte sehnsüchtig zu ihm empor und wusste gar nicht, warum dieser Vogel da oben ihn so tief berührte. 

” Wer ist das?” fragte er ganz aufwühlt eine Nachbarshenne. “Ach das ist der Adler, der König der Vögel” gackerte die Henne. “Wäre es nicht schön, wenn wir auch so fliegen könnten?” fragte der Adler. “Das können wir nicht” sagte die Henne ” mit dem darfst du dich nicht messen. Er gehört dem Himmel. Du und ich , wir sind von einer anderen Art, wir gehören auf den Boden. Wir sind Hühner”.

Der Adler schämte sich leise für den unbescheidenen Traum vom freien Flug und für dieses komische Gefühl in der Brust, das sich in ihm breit macht hatte. Ein Gefühl, soweit und luftig, so frei. So blieb der Adler das, wofür er sich hielt und starb eines Tages als Huhn unter Hühnern.

Sein Glaube an sich selbst hat ihn daran gehindert, seine wirkliche Bestimmung zu leben.

(nach einer afrikanischen Fabel)

Ich bin total begeistert von dieser Geschichte. Sie zeigt mir, wie wichtig es ist, sich nicht von seinem Umfeld sagen zu lassen,was geht, was nicht geht, was richtig oder was falsch ist. Es ist mein Leben und nur ich weiß, wo ich gerade stehe und wo ich hin will. Mein eigener Weg hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich nicht in eine Schublade stecken zu lassen – “sie haben eine Querschnittlähmung und dies und das geht zukünftig nicht mehr”. Wenn ich auf viele Menschen in meinem Umfeld gehört und es nicht wenigstens probiert hätte, wäre ich heute nicht dort wo ich bin.

Ich hätte mich mit meinem “Schicksal” abgefunden, wäre unselbständig geblieben und könnte heute nicht aus dem Rollstuhl aufstehen und einige Schritte mit Unterstützung gehen. Ich höre heute noch “das kannst du gar nicht können” … ich lächle darüber und antworte “und ich tu´s doch!”