Behindertenbegleithund für Rollstuhlfahrer ( Private Ausbildung)

Ich möchte Euch heute von meinen Erfahrungen mit einem eigenen Behindertenbegleithund erzählen.
Vor 10 Jahren habe ich mir einen 5 Monate alten Labrador Welpen von einem privaten Züchter gekauft. Sein Name ist Anton.
Diesmal sollte der Hund aber mehr können als auf der Couch liegen, spazieren gehen und pennen. Er sollte ein ausgebildeter Behindertenbegleithund werden.
Die erste Hürde musste genommen werden. Wo finde ich eine Hundeschule, die mir hilft meinen Anton auf meine Bedürfnisse hin auszubilden.
Die Suche im Netz war anfänglich schwierig. Meist waren es Institutionen/ Vereine, die zwar Blindenhunde und Begleithunde ausbilden, jedoch nicht den eigenen Hund.
Also begannen wir erst einmal mit der Grundausbildung. Unser Hundetrainer war/ist ein erfahrener Lehrer und er sah es als Herausforderung an uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen.
Gruppentraining mit Sitz, Platz, komm, bleib, such usw. waren kein Problem. Das größte Problem war die Bindung zu mir. Also intensives Einzeltraining bis hin zur täglichen Handfütterung ( Gott sei Dank mit Trockenfutter)
Die normale Begleithundeprüfung bestanden wir mit Bravour. Aber ich hatte immer noch keinen Behindertenbegleithund.
Also fingen wir an mit unserem Trainer heraus zu finden was Anton alles können muss und soll.
  • Sachen aufheben
  • Türen öffnen
  • Schubladen öffnen
  • einen Korb tragen,
  • Hilfe alarmieren ( falls ich mal wieder aus dem Rolli kippe)
  • Waschmaschine ausräumen
Soweit so gut.
Aber ohne Prüfung bekommt er keine Kenndecke. Das haben wir bei unseren Recherchen herausbekommen, das diese Hunde besonders gekennzeichnet sein müssen.
Unser Training verlief relativ gut mit vielen Höhen aber auch vielen Rückschlägen. Es stellte sich heraus das es ohne erfahrenen Trainer für diese Spezialausbildung nicht weiterging.
Nach langer Suche und Recherche stießen wir in Schleswig-Holstein auf die Akademie für Therapie und Begleithunde. Wir nahmen sofort Kontakt auf und waren sofort begeistert von den Möglichkeiten die uns boten.
Die Ausbildung zum Behindertenbegleithund dauert ca. 2 Jahre mit anschließender theoretischer und praktischer Prüfung.
Ab diesem Zeitpunkt fuhren wir 4 x jährlich nach Kropp/Schleswig. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt ein Wohnmobil sodass die Übernachtungskosten fast entfielen. Ganz in der Nähe gibt es einen Wohnmobilstellplatz mit Strom für 5,- € /Nacht.
Wir blieben meist 3 Tage dort und hatten täglich unsere Trainingseinheiten. Teils auf dem Hundeplatz der Schule aber auch in der schönen kleinen Stadt Kropp oder Schleswig.
Bei jeder Trainingseinheit wurde uns gezeigt wie wir Anton neue Aufgaben beibringen sollen.
Nach den jeweiligen Trainingstagen ging es dann nach Hause zum fleissigen trainieren.
Wir standen im ständigen Kontakt mit der Trainerin, sodass wir sehr schnell Fortschritte machten.
Nach knapp 2 Jahren haben wir dann die Prüfung abgelegt. Und Anton ist nun ein großartiger Behindertenbegleithund.
Weil uns das so viel Spaß gemacht hat, haben wir noch 1 Jahr Ausbildung zum Therapie,- und Besuchshund, dran gehängt.
Dazu erzähle ich Euch in einem anderen Block.
Zu den Kosten: Stand 2008
Normale Hundeschule: ca. 20 – 35,- €/Std
Spezialausbildung: 35,- – 40,- €/Std. bzw. Pauschalpreis pro Wochenende.
Benzinkosten: ca. 880,- € ( Wohnmobil ca. 1100 km hin und zurück x ca. 10 ltr Diesel/100km)
Übernachtungskosten: ca. 130,- €
Autor: Werner Zimmer
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