AUMA · 16.09.2026 · Interview mit Marion Bender
Der AUMA, der Verband der deutschen Messewirtschaft, hat Marion Bender für sein Aktuelles-Ressort interviewt. Anlass ist ihre Keynote beim ersten AUMA-MesseForum Diversity am 6. und 7. Oktober 2026 in Berlin. Im Gespräch mit Nikolai Mizin, Manager Nachhaltigkeit beim AUMA, geht es um eine Frage, die viele Unternehmen noch immer als Zusatzaufgabe behandeln: Was macht Vielfalt aus einem Programmpunkt zu einer Selbstverständlichkeit?
Vielfalt ist keine Entscheidung, sondern eine Beschreibung
Wer über Vielfalt diskutiert, diskutiert meist darüber, ob man sie will. Marion Bender verschiebt diese Frage. Vielfalt ist bereits da – in jedem Team, in jedem Publikum, in jeder Messehalle. Die Entscheidung liegt nicht darin, ob Menschen unterschiedlich sind, sondern ob eine Organisation darauf vorbereitet ist.
„Vielfalt ist kein Nice-to-have, weil sie längst Realität ist.“
Marion Bender im Interview mit dem AUMA, 16.09.2026
Das klingt unspektakulär und verändert trotzdem die Reihenfolge der Arbeit. Wer Vielfalt als Realität begreift, plant anders. Wer sie als Ziel begreift, plant zuerst und korrigiert später.
Barrierefreiheit gehört an den Anfang, nicht ans Ende
Menschen mit Behinderungen werden oft erst dann mitgedacht, wenn eine konkrete Barriere auftaucht. Dann steht jemand vor einer Stufe, vor einem Podium ohne Rampe, vor einem Programm ohne Untertitel – und erst in diesem Moment beginnt die Lösungssuche.
„Eine Rampe bringt mich durch die Tür. Ob ich danach ernst genommen werde und wirklich teilhaben kann, entscheidet das Miteinander.“
Marion Bender im Interview mit dem AUMA, 16.09.2026
Marion Bender nutzt seit über 30 Jahren einen Rollstuhl. Sie kennt beide Seiten: die Veranstaltung, bei der alles vorbereitet ist, und die, bei der man improvisiert. Der Unterschied ist selten Budget. Der Unterschied ist der Zeitpunkt, an dem jemand die Frage stellt.
Drei Erkennungszeichen einer Veranstaltung, die Vielfalt lebt
Im Interview nennt sie drei Merkmale, an denen sich erkennen lässt, ob Vielfalt bei einer Veranstaltung mitgedacht wurde oder nur erwähnt wird:
- Barrierefreiheit von Anfang an – als Teil der Planung, nicht als Nachtrag auf Nachfrage.
- Sichtbare Vielfalt in Teams und auf Podien – nicht als einzelner Programmpunkt, sondern über das ganze Programm hinweg.
- Betroffene in der Planung – Menschen, die es betrifft, entscheiden mit, statt hinterher zu bewerten.
Keiner dieser Punkte braucht ein Leitbild. Alle drei brauchen eine Entscheidung, bevor der Raum gebucht ist.
Keynote beim AUMA-MesseForum Diversity in Berlin
Am 6. und 7. Oktober 2026 findet in Berlin das erste AUMA-MesseForum Diversity statt. Marion Bender hält dort die Keynote. Sie spricht über Inklusion als Alltagspraxis: darüber, was sich im Miteinander ändert, wenn Vielfalt kein Sonderthema mehr ist, sondern zum Selbstverständnis einer Branche gehört.
Das vollständige Interview ist beim AUMA erschienen. Dieser Beitrag ordnet es ein und gibt es nicht im Wortlaut wieder.
